UNZIVILGESELLSCHAFT - Performative Kunst im Umgang mit Rechter Gewalt

zurück



Der Kurs ist bereits gelaufen.

Donnerstag, 08. April 2021 19:00–20:30 Uhr

Kursnummer 21__101005
Dozenten Tugsal Mogul
Pia Maria Roll
Hanan Benammar
Sara Baban
Datum Donnerstag, 08.04.2021 19:00–20:30 Uhr
Entgelt kostenlos
Ort Web-Seminar

Kurs weiterempfehlen


Digitales Künstler*innengespräch mit Tugsal Mogul (D) und Pia Maria Roll/Hanan Benammar/Sara Baban (NOR), moderiert von Matthias Dell

Die erste Veranstaltung aus der Reihe "Unzivilgesellschaft" widmet sich der künstlerischen Verarbeitung von rechter Gewalt in den performativen Künsten. Der Theaterregisseur Tugsal Mogul betrieb für sein Theaterstück Die NSU-Morde: Auch Deutsche unter den Opfern eine intensive Recherche, für die er auf Fakten und Aussagen, Polizeimeldungen und Politikerstatements zu der NSU-Mordserie und zu rechter Gewalt zurückgriff. Er rekonstruierte in seinem Stück nicht nur die Morde, sondern auch die polizeilichen Ermittlungen, die meist die Angehörige der Opfer ins Visier nahmen, neonazistische Motive aber ausschlossen. 2018 präsentierte Mogul auf Einladung des Goethe-Instituts sein Stück in Istanbul auf Türkisch.

Auch die in Norwegen ansässigen Regisseur*innen und Künstler*innen Pia Maria Roll, Hanan Benammar, Sara Baban und Marius von der Fehr betrieben für ihr Theaterstück Ways of seeing umfangreiche Recherchen. Das Stück arbeitet mit dokumentarischen Formen und verbindet die Erforschung rechter Netzwerke in Norwegen mit Fragen des Aufstiegs rechtpopulistischer Bewegungen in Europa, des Neo-Kolonialismus, des strukturellen Rassismus und der internationalen Politik. Ways of Seeing wurde nach der Aufführung von rechtspopulistischen Gruppierungen stark angefeindet und dadurch zum Gegenstand politischer Debatten im Land. Es wurde so zu einem Sinnbild für den direkten politischen Einfluss, den Kunst mitunter ausüben kann.

Tugsal Mogul und Pia Maria Roll, Hanan Benammar und Sara Baban werden an diesem Abend ihre unterschiedlichen Ansätze und Recherchen vorstellen und sich über passende Strategien im Umgang mit neonazistischer Gewalt austauschen.

Tugsal Mogul wurde 1969 in Neubeckum/Westfalen geboren. Der diplomierte deutsch-türkische Schauspieler, Regisseur, Anästhesist und Notarzt studierte neun Jahre Medizin an den Universitäten Hannover, Wien und Lübeck parallel Schauspiel an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Neben seinem Teilzeitjob als Arzt in einem Lehrkrankenhaus in Münster arbeitet Mogul als Autor und Regisseur. 2017/2018 & 2019 lebte und arbeitete er auf Einladung des Deutschen Auswärtigen Amtes & Goethe-Instituts mehrere Monate als Stipendiat in der Kulturakademie Tarabya/Istanbul.

Pia Maria Roll ist eine norwegische Theaterregisseurin, Schauspielerin, Dramatikerin und Aktivistin. Ihre Arbeit ist für ihre politische Streitbarkeit bekannt. Roll ist seit 2007 mit dem Black Box Theater in Oslo verbunden. Sara Baban ist darstellende Künstlerin und Sängerin und hat als Schauspielerin bei Riksteatret und in verschiedenen anderen Projekten gearbeitet. Hanan Benammar ist eine algerisch-französische Künstlerin, die in Oslo lebt und konzeptionell zu geopolitischen, ökologischen und sozialen Themen arbeitet. Benammars Praxis bewegt sich zwischen Musik, Klang- und Videoinstallation, Performance, Skulptur und Kunst im öffentlichen Raum.

Matthias Dell arbeitet als Film-, Medien- und Theaterkritiker, ist freier Mitarbeiter beim Deutschlandradio, Zeit-Online, Cargo, epd Film, Spiegel.de, FAS. Buchveröffentlichungen: "'Herrlich inkorrekt'. Die Thiel-Boerne-Tatorte" (2012), "Über Thomas Heise" (2014), "Duisburg –Düsterburg. Werner Ruzicka im Gespräch" (2018).

Eine Kooperationsveranstaltung der Goetheinstitute Brüssel, Budapest, Mailand und Oslo mit Unterstützung der VHS Landkreis Leipzig.

Zur Veranstaltung gelangen Sie unter diesem link:  https://youtu.be/LIrck6o-tYA


nach oben